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Folge #072 · 07.10.2026 · 37 Min.

Servicerobotik mit Tim Schuster: Wie die Humanizing Group ohne Venture Capital Roboter und KI-Avatare in den öffentlichen Raum bringt

In dieser Folge spricht Anne Schlösser mit Tim Schuster, Gründer und CEO der Humanizing Group, darüber, wie sich Robotik im öffentlichen Raum wirtschaftlich betreiben lässt und welche zwei Fragen er jedem Roboter stellt.

Im Gespräch geht es um die Gesellschaftsrobotik, also Roboter, die im öffentlichen Raum sichtbar sind und mit Menschen interagieren, und um die Frage, warum Tim diesen Markt spannender findet als die klassische Industrierobotik. Tim erklärt, nach welchen Kriterien Humanizing Geräte und Hersteller bewertet und warum zu einem Roboter ein langfristiger Servicevertrag gehört. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Hype um humanoide Roboter: Tim ordnet ein, wo er heute Geschäftspotenzial sieht, ob ein Roboter überhaupt humanoid sein muss und warum er erst bei kommerziell einsetzbaren Lösungen einsteigen will. Zudem beleuchtet er, wie Humanizing die Software für Humanoide zu interaktiven KI-Avataren auf Bildschirmen weiterentwickelt hat und wie das Unternehmen zunehmend mit KI-Agenten arbeitet. Abschließend geht es darum, warum Tim aus dem Sauerland heraus und ohne Venture Capital wächst und weshalb er Timing und Durchhaltevermögen für die wichtigsten Zutaten von Wachstum hält.

Über den Gast

Tim Schuster ist Gründer und CEO der Humanizing Group, einer Technologieholding für Robotik und KI mit Sitz in Olpe. Er begann 2014 mit dem Vertrieb von Telepräsenzrobotern über FernArbeiter.de. Heute gehören zur Gruppe Humanizing Technologies, ein Softwareunternehmen für interaktive KI-Avatare, und Roboterly, seit 2019 der operative Arm für Servicerobotik in Deutschland und der Schweiz. Tim baut das Geschäft ohne Venture Capital auf.

Transkript

Tim SchusterDas Narrativ in unserem Raum ist ja, und das ist durch Social Media natürlich sehr begünstigt, dass übermorgen der Humanoide bei mir zu Hause den Haushalt wirft, ja? Das wie vor 10 Jahren mit dem autonomen Fahren auch gewesen. Wir haben alle gedacht, so in zwei Jahren braucht keiner mehr seine Hände ans Lenkrad tun. Jetzt sind wir 10 Jahre weiter und du siehst, wo wir heute stehen und das gleiche, finde ich, ist gerade wieder mit der Humanoiden ausgebrochen.

SprecherDas ist der Return on Innovation Podcast mit Anne Schlösser und Heike Löffler.

Anne SchlösserHerzlich willkommen zu einer neuen Folge von Return on Innovation. Mein Gast heute ist Tim Schuster, Co-Founder und CEO der Humanizing Group. Tim beschäftigt sich seit 12 Jahren mit einer Nische, die er selbst Gesellschaftsrobotik nennt. Roboter, die im öffentlichen Raum sichtbar sind. Herzlich willkommen, Tim.

Tim SchusterHallo Anne, schön hier zu sein.

Anne SchlösserIch freue mich auch ganz besonders, dass wir über das Thema Humanoid Robotics und über die Dinge, die du da so treibst, sprechen. Stell uns doch eingangs mal einfach vor, was du so machst, was die Humanizing Group macht und was unter dem Dach dieser Holding liegt und wie vielleicht auch die Teile ineinandergreifen, damit wir so ein bisschen Überblick bekommen.

Tim SchusterDas ist einmal die Humanizing Technologies und die Roboterly. Das sind zwei Schwestergesellschaften zueinander. Während die Humanizing Technologies unsere AI-native Entwicklungsfirma ist, die sich insbesondere mit interaktiven Avataren und Agenten beschäftigt. Wir sagen auch häufig liebevoll digitale Roboter dazu. Und jetzt kommt der Part der Roboterly zu den physischen Robotern, zu den Servicerobotern, die wir in Verkehr bringen mit der Roboterly und den gesamten After-Sales-Service liefern für den öffentlichen Gesellschaftsraum.

Anne SchlösserUnd ich habe auch eingangs gesagt, den Begriff Gesellschaftsrobotik. Was gehört für dich dazu und was vielleicht auch wirklich nicht?

Tim SchusterAlso Gesellschaftsroboter sind im Prinzip alles die Roboter, die wir im öffentlichen Leben sehen, wahrnehmen und mit denen wir interagieren.

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