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Folge #064 · 12.08.2026 · 32 Min.

Human Augmentation & Physical AI bei German Bionic mit Eric Eitel: Wie ein deutsches Robotikunternehmen weltweite Technologiestandards setzt

In dieser Folge spricht Anne Schlösser mit Eric Eitel darüber, wie am Körper getragene Robotik den Menschen bei schwerer körperlicher Arbeit entlasten kann und warum Human Augmentation die Zukunft der menschlichen Arbeit maßgeblich prägen wird.

Im Gespräch geht es um Human Augmentation als menschenzentrierte Technologie, bei welcher der Mensch stets die volle Kontrolle und Hoheit behält. An konkreten Beispielen aus der Logistik und der Pflege, wie einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Berliner Charité, wird verdeutlicht, wie Exoskelette den Körper effektiv schützen, dem Fachkräftemangel entgegenwirken und perspektivisch auch älteren Menschen im Alltag eine längere Mobilität ermöglichen können. Eric erklärt, warum German Bionic von der Biomechanik bis hin zum ersten eigenen Betriebssystem für Exoskelette seine gesamte Technologie inhouse entwickelt hat. Zudem zeigt er auf, wie Physical AI auf Basis präziser, nicht-personalisierter industrieller Bewegungsdaten als technologische und ressourcenschonende Blaupause für den Innovationsstandort Deutschland dienen kann. Abschließend blickt Eric auf die europäischen Rahmenbedingungen für die Robotikbranche und betont, dass es neben einer verlässlichen Industriepolitik vor allem an Teamgeist bedarf, um aus Spitzenforschung erfolgreiches Unternehmenswachstum zu generieren.

Über den Gast

Eric Eitel ist Teil des Gründungsteams und Chief Creative Officer (CCO) bei German Bionic. In dieser Rolle leitet er die Bereiche Kommunikation, Marketing sowie Social Media und verantwortet seit der Geburtsstunde des Unternehmens das strategische Narrativ rund um die robotergestützten Exoskelette, die heute weltweit neue Technologiestandards setzen.

Transkript

wir haben verdammt noch mal extrem präzise industrielle Daten und davon ganz ganz viele, ja. Das heißt also, das sollte unser Fokus sein. Wir sollten uns drauf konzentrieren, unsere eigenen Modelle auf der Grundlage eben dieser industriellen Daten zu entwickeln und davon bitte mehr in Deutschland. Ich glaube, wir haben die Möglichkeiten, die Ressourcen und die schlauen Köpfe und ich glaube, wir haben ein super Beispiel geliefert, was man damit sinnvollerweise machen kann in dem Bereich. Das ist der Return on Innovation Podcast mit Anne Schlösser und Heike Löffler. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Return on Innovation. Mein Gast heute ist Eric Eitel, Teil des Gründungsteams und Chief Creative Officer bei German Bionic. German Bionic baut Exoskelette, also am Körper getragene Robotik, die den Menschen bei schwerer körperlicher Arbeit unterstützt. Und das Spannende ist, German Bionic arbeitet bereits seit rund 10 Jahren an Technologien, die heute unter dem Begriff Physical AI zusammengefasst werden, lange bevor sich dieser in Industrie und Öffentlichkeit etablierte. Herzlich willkommen, lieber Eric. Hallo, vielen Dank, dass ihr mich in der Show habt. Sehr gerne. Als allererstes mal eine Frage, ich finde es super spannend, du nennst deine Rolle Chief Creative Officer. Kannst du mir mal so ein bisschen beschreiben, was das beinhaltet? Ich finde es spannend, weil ich mein Hintergrund ist ja auch creative, von daher und das ist ungewöhnlich. Genau, creative ist erst mal ziemlich cool, was glaube ich schon mal ein Grund ist, warum ich den Titel irgendwie sehr gerne mag. Also als Teil des Gründungsteams von German Bionic war ich von Anfang an mit der Aufgabe betraut, ein Narrativ für das zu entwickeln, was wir da machen und da wir Exoskelette vor 10 Jahren angefangen haben zu entwickeln, dafür gab es einfach noch keinen etablierten Begriff. Das heißt, das war eine sehr spannende Aufgabe. Das heißt, also das creative kann man tatsächlich double underlinen, weil es wirklich ein sehr kreativer Job war, sich zu überlegen, was ist das, wie heißt das, wie erzählen wir das eigentlich, was wir da machen. Also das ist so ein bisschen der Hintergrund. Aber so die Hauptaufgaben, die ich im Unternehmen begleite, sind eben der gesamte Bereich Kommunikation, den ich leite und eben auch alles, was mit jetzt auch so Marketing, Social Media und über allem steht eben das Narrativ, dass ich versuche so zu gestalten, dass jeder versteht, was wir da machen. Dann erklär uns doch mal, was German Bionics konkret macht. Was ist euer Narrativ an der Stelle und vielleicht auch, wie hat sich das über die Zeit verändert? Was hast du daraus gelernt? Also Physical AI ist ja ein sehr großer Begriff. Also ich glaube, so in a nutshell würde ich sagen, wir machen Mensch-Maschine-Systeme, die am Körper getragen werden, um diesen zu augmentieren, also zu unterstützen. In unserem Fall sind das Exoskelette, die beim Heben, Tragen und Laufen helfen. Das wäre so wirklich so in a nutshell, was wir machen. Dieses ganze Thema Human Augmentation, das ist so der Oberbegriff für Technologien, die jetzt den Menschen so körperlich unterstützen, dabei irgendwelche Sachen zu machen, der hat sich jetzt auch noch nicht so wahnsinnig lange etabliert, aber ich glaube, daran kann man das Narrativ ganz gut festmachen, weil Human Augmentation meint eben jetzt auch in Abgrenzung, sage ich mal, zu dem, was in der Robotik gerade ja so auch heiß diskutiert wird, also humanoide Roboter letztendlich, ne, die sind ja überall zu sehen in lustigen Marketingvideos, die springen und tanzen. Genau. Und was wir machen, ist so ein bisschen menschenzentrierter. Das heißt, also unsere Robotik wird vom Menschen direkt getragen und unterstützt ihn. Das heißt, der Mensch hat auch letztendlich immer das Steuerrad, den Steuerknopf in der Hand. Er wird nicht fremdbestimmt und wird auch nicht überflüssig gemacht, sondern er wird vor allem unterstützt durch diese Technologie bei Aufgaben, die er normalerweise vielleicht nur mit Schwierigkeiten erledigen könnte, um euch da hier gleich ein paar Beispiele zu bringen. Also wir reden da vor allem von Jobs in der Logistik, stellt euch ein Warehouse vor, Jobs in der Industrie, wo Materials, Komponenten hin und her gereicht werden oder vielleicht auch mal aus dem Truck entladen werden müssen oder was eben jetzt auch ein ganz interessanter Anwendungsfall für uns geworden ist, der ganze Bereich Pflege, da ist sehr viel gesellschaftlicher Druck drauf. Wir haben zu wenig Leute, die da arbeiten. Die Leute wollen unterstützt werden. Das ist ein körperlich sehr harter Job. Und überall da, wo es anstrengend wird, wo manuelle Arbeit getan

leistet wird. Da können wir mit der Technologie helfen. Und wie sieht das aus? Wie muss man sich das jetzt vorstellen, wenn man das noch nie gesehen hat? Äh, das war meine erste Frage und meine nächste ist dann, inwieweit ist euer Ansatz anders? Inwieweit unterscheidet ihr euch und inwieweit sagt ihr auch, in diesen bestimmten Bereichen sind solche Arten von humanoiden Robotern eben nicht gut oder nicht möglich und da sind Exoskelette besser? Stellt euch einen Hiking-Rucksack vor, ne? Den kennt man ja, so ein Tragesystem, der liegt dann schön gemütlich auf der Hüfte drauf. Das ist die Rückenanbindung. Und von dieser Rückenanbindung geht dann äh ein Steg runter zu den Oberschenkeln. Das ist die Beinanbindung. Diese beiden Komponenten sind miteinander verbunden. Auf Hüfthöhe sind links und rechts Servomotoren verbaut, die sozusagen die ähm Kraft dann erzeugen, die das Exoskelett ausübt. Und ähm ganz einfach gesagt, wenn du dein Oberkörper vorbeugst, um beispielsweise eine Kiste vom Boden aufzuheben, dann ähm erzeugt diese Konstruktion Hebel. Das heißt, die Motoren richten dich wieder auf und nehmen so Belastung von deinem unteren Rücken weg, weil der untere Rücken ist tatsächlich so eine so eine Art Sollbruchstelle. Und da gibt es auch ziemlich eindeutige Zahlen, ne, so z.B. von der WHO, die dann eben beschreiben, wie viele Menschen auf der Welt äh eben diese Beschwerden haben durch schweres Heben, Tragen etc. Und deshalb Entlastung des unteren Rückens durch eben diese Konstruktion. Und das hört sich jetzt sehr banal an mit diesem Hebel, ne, diese Aufrichtung. Also die Magie liegt natürlich letztendlich in der Software und in der KI, die eben diese Motoren steuert, die Daten aus der Sensorik, die in dem Exoskelett verbaut sind, in Realtime verarbeitet und dann eben dazu führt, dass du wirklich das Gefühl hast, dein Körper wird in Echtzeit präzise unterstützt, da wo du eine Unterstützung brauchst. Das heißt also, als wir angefangen haben, eben diese Prototypen ähm zu entwickeln, das war übrigens auch im Rahmen eines Forschungsprojektes, war eine ziemlich äh interessante Konstellation, die ursprünglich auch im Rahmen vom EU-Forschungsprojekt gestartet wurde. Genau, wurden verschiedene Prototypen für verschiedene Körperregionen entwickelt, ne, wo man sich Exoskelette vorstellen könnte, immer mit Hinblick auf den Arbeitskontext. Dann haben wir aber festgestellt, ne, wir sind ursprünglich aus Augsburg, da ist ähm natürlich ganz viel Industrie, verarbeitende Industrie und so weiter, haben uns natürlich vorgestellt, ja, ähm das wird jetzt definitiv alles in der Produktion eingesetzt, so ein Exoskelett, ne, da wird ja ganz viel äh rumhantiert und so weiter und äh geschraubt und getan und haben dann aber gemerkt, z.B. in der Automobilindustrie, die meisten Produktionsarbeitsplätze eigentlich ähm ergonomisch schon ziemlich perfekt gestaltet sind, ne? Also das heißt so, ah, okay, Pivot. Industrielle Produktion ist vielleicht gar nicht das Hauptanwendungsgebiet, wo irgendwie jetzt noch viel gehoben oder getragen wird. Und dann haben wir dann äh uns das genauer angeschaut, die Prozesse, und haben dann aber gemerkt, dass diese ganze Intralogistik wiederum in den Unternehmen, ne, also von der von der Anlieferung von Komponenten, ne, die dann entladen werden müssen, ganz oft händisch, bis hin zur Lagerhaltung in den Unternehmen, bis dann hin zu, wie bringt man dann eben eine Komponente zu dem genauen Arbeitsplatz, dass da viel sehr viele manuelle Arbeit aber noch vorkommt. Das heißt, dann haben wir gedacht, okay, also Logistik, Intralogistik ist der Fokus. Und so haben wir dann erstmal angefangen zu schauen und haben da dann ähm inzwischen, würde ich mal sagen, eigentlich mit jedem größeren äh Logistikunternehmen, das man sich vorstellen kann, und eigentlich auch mit den meisten großen Corporates eigentlich schon Piloten gemacht haben, angefangen mit denen zusammenzuarbeiten, weil das Bewusstsein ist auf alle Fälle da, diese Jobs existieren. Und da kommen wir jetzt wieder zu den humanoiden Robotern, die die ja eigentlich schon überall jetzt im Einsatz sein sollten, wenn man, ne, sich das jetzt einfach so von der Marketingseite anschaut, aber tatsächlich sind die natürlich noch nicht im Einsatz. Und das wird wahrscheinlich auch noch ein bisschen dauern, bis die tatsächlich genau diese Jobs halt machen, von denen ich gerade geredet habe, also alles im Warehouse, alles im Material Handling, alles in der Intralogistik. Also, ne, da stehen wir jetzt, also dass wir gesagt haben, das ist auf alle Fälle ein ganz klarer Anwendungsfall, der wird nachgefragt, da wird auch jeder Arbeitssicherheitsmensch halt sagen, genau, da müssen wir die Ergonomie der Arbeitsplätze verbessern und mit der Verbesserung der Ergonomie kommt dann natürlich auch eine Verbesserung der Effizienz am Ende. Also sozusagen die berühmte letzte Meile, die jetzt noch oft von Menschen durchgeführt wird. Aber dann hast du eben auch schon erwähnt,

das Thema Pflege, da wird ja auch viel gehoben, viel körperlich geleistet und dann am Ende, die Frage, die ich mir stelle, ist doch auch der zu Pflegende vielleicht ein zu Augmentierender. Ich könnte mir vorstellen, dass man das sehr groß, aber sehr anders denkt noch mal in der Zukunft. Also, während der Pandemie gab es ja diesen öffentlichen Diskurs, ne, so die kritischen Infrastrukturen müssen unterstützt werden, koste es, was es wolle. Da wurde sehr viel dann eben geschaut, ne, wie kann man die Lieferketten aufrechterhalten, wie kann man kritische öffentliche Infrastruktur am Laufen halten, aber wo man eigentlich nicht so richtig reingeschaut hat, war, ne, was passiert eigentlich mit den Menschen, die im im Pflegebereich oder im im Healthcare-Bereich unterwegs sind, die eine riesen Last durch die Pandemie hatten. Wir hatten ganz viele Anfragen eben aus dem Bereich, also tatsächlich Ärztinnen, Pflegende, die direkt mit uns in Kontakt getreten sind, gesagt haben so, ja, alles schön und gut mit der kritischen Infrastrukturunterstützung, habt ihr nicht vielleicht auch eine Idee, wie ihr uns helfen könntet bei unserem Workload, der halt immens ist, ne, wenn du halt dann eine Welle an extra Patientinnen, Patienten dann eben durch die Pandemie. Und in dem Zusammenhang haben wir dann Forschungsprojekt mit der Charité in Berlin zusammen gestartet, also mit der Pflegeforschung der Charité, um genauer zu sein. Und haben uns dann angeschaut, wie wir die Exoskelette spezifizieren können für die Aufgaben im Pflegebereich. Und du hast ja schon richtig gesagt, die Pflege ist natürlich, auch wenn man in die Zukunft schaut, ein Bereich, in dem halt nicht nur jetzt unglaublich viel körperliche Kraft eingesetzt wird, sondern da ist noch eine interessantere Komponente, da hast du natürlich dann auch die soziale Arbeit, die dann eben da auch gefragt ist, ne, also die soziale Kompetenz eines Pflegenden. Und da wird es für mich auch noch ein bisschen deutlicher, was Human Augmentation eben leisten kann. Also, wenn man sich den Pflegeberuf anschaut, wir haben schon gesagt, also Patienten bewegen, mobilisieren, waschen, umbetten, ne, das sind ganz viele körperliche Sachen, aber natürlich bist du trotzdem immer auch im Kontakt mit den Menschen, redest mit denen und das ist natürlich auch bewiesenermaßen durch Studien belegt ein ganz wichtiger Aspekt auch bei der Genesung, dass du halt einen Menschen vor dir hast, der dir hilft, dem du vertraust und so weiter, ne. Wenn man sich das jetzt in die Zukunft halt anschaut, dann ist das für mich total klar, dass wir in der Pflege wahrscheinlich auch in Zukunft nicht unbedingt humanoide Roboter haben wollen, die uns da rumhantieren oder ich muss da immer an meine Mama denken, ne, die hat Demenz, die ist im Pflegeheim, die ist sehr verängstigt, also der könnte man jetzt nicht einfach irgendwie einen humanoiden Roboter vorsetzen, die würde ganz doll Angst bekommen, ne. Also, was ich damit sagen will, also diese Human Augmentation im Pflegebereich ist, glaube ich, der Anwendungsfall, der sofort immer von allen verstanden wird. Du willst halt die Leute, die einen harten Job machen, die übrigens auch zum ganz hohen Prozentsatz aus ihrem Job rausdroppen, ich habe mal gehört, bis zu 30 % der Pflegenden droppen aus ihren Jobs raus, weil der halt einfach zu anstrengend ist, ne. Es gibt natürlich noch andere Faktoren neben der körperlichen Arbeit, aber die körperliche Arbeit ist ein ganz wichtiger Punkt, warum die das zum Teil einfach nicht schaffen und vielleicht auch nicht unbedingt bis zur Rente schaffen, weil das eben einfach das schwere Heben halt auf die Dauer Muskel-Skelett-Erkrankungen erzeugt und das schaffst du im Zweifelsfall einfach nicht, bis du in Rente gehst. Also ein sehr eingängiger Anwendungsfall und da sehe ich die Human Augmentation natürlich ganz besonders in der Zukunft. Vielleicht den zweiten Aspekt, also alternde Gesellschaften generell, Demografie, da würde ich tatsächlich bei diesem Thema Human Augmentation, also der der körperlichen Unterstützung von Menschen noch einen Schritt weitergehen. Wenn man sich die Demografie anschaut, wird ganz klar, wir werden immer mehr ältere Menschen haben in unserer Gesellschaft, ne, also jetzt Stichwort Babyboomer, die jetzt in Rente gehen und irgendwann vielleicht auch irgendeine Art von Pflege halt brauchen. Und auf der anderen Seite haben wir eben einen schrumpfenden Pool von Menschen, die Arbeit noch erledigen können halt, ne, also die arbeitsfähige Gesellschaft wird immer kleiner. Deshalb ist so eine Vision, die wir im Unternehmen und die ich persönlich auch absolut teile, dass wir Human Augmentation jetzt nicht nur so uns im Arbeitsleben vorstellen, sondern perspektivisch eben auch immer mehr im Alltag. Das heißt, also, ne, stellt euch eine ältere Person vor, die vielleicht nicht mehr so super fit auf den Beinen ist, die aber im Prinzip gesund ist, halt einfach nicht mehr topfit ist. Wenn man so einer Person dann beispielsweise Laufexoskelette, die gibt es inzwischen schon einfach im Handel zu kaufen, ne, gibt und ihr damit ermöglicht, vielleicht die

Eric Eitelzwei Stockwerke Treppen noch alleine hochzukommen oder vielleicht einen Einkauf alleine zu machen, dann entlasten wir dadurch natürlich auch automatisch unsere sozialen Systeme, unser Pflegesystem und halten die Leute länger fit und agil halt, ne? Also, in die Richtung sollten wir auch denken, denke ich mal, ne? Also nicht nur in diese reine Arbeits-, in diesen reinen Arbeitskontext, sondern eben auch, wie kann diese Technologie eben auch unsere Gesellschaft länger mobil halten und sie damit auch entlasten dann eben von beispielsweise mehr zu Pflegenden, weil je weniger zu Pflegende wir haben, desto besser wird dieses System funktionieren in der Zukunft.

Anne SchlösserJa, und je länger Menschen auch in ihrem natürlichen Kontext sozusagen zu Hause sicher sich bewegen können und selbstständig, das ist ja eine große Entlastung für die Gesellschaft. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das dann wirklich auch zur Optimierung genutzt wird, ne? Also irgendwann wird es dann doch bestimmt auch Exoskeletten-Games geben.

Eric EitelDa bin ich absolut davon überzeugt. Also ich habe jetzt Exoskelette tatsächlich auch in so einem Kunst-Kultur-Kontext schon gesehen. Ich habe mal ein Exoskelett-Ballett gesehen, ne? Da wurde eben diese...

Anne SchlösserAh ja, spannend.

Eric Eitel...ne, da wurde das quasi umgedreht, weil wir gehen ja davon aus, also ein Exoskelett, das Tolle am Exoskelett ist ja, das ist menschenzentriert. Das heißt, die Menschen bestimmen, was passiert und die Technologie unterstützt nur. Bei diesem Exoskelett-Ballett wurde das eben umgedreht. Dann haben quasi die Exoskelette die Menschen gesteuert, was ja eher so eine dystopische Vorstellung ist. Das will man natürlich nicht. Aber da kann ich dann gleich Spoiler an der Stelle machen, sowas geht natürlich mit unseren Exoskeletten nicht. Also da hat immer der Nutzer die Hoheit über alles, was da passiert. Das ist auch wichtig und richtig so.

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