
Vom Automotive-Zulieferer zum Energieanbieter mit Christian Rühe: Wie Cubos Betriebe energieautark macht
Anne Schlösser spricht mit Christian Rühe, CTO & Geschäftsführer von Cubos, über den mutigen Wandel vom Automotive-Zulieferer hin zu einem Komplettanbieter für Energielösungen. Cubos unterstützt energieintensive Betriebe dabei, autark zu werden – mit einem ganzheitlichen System aus Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Speichern und intelligentem Energiemanagement.
Im Gespräch erklärt Christian, wie Neugier und Offenheit für neue Ideen den Strategiewechsel ermöglichten, warum Flexibilität im Energiemarkt entscheidend ist und welche Rolle die Energiekrise, sinkende PV-Kosten und Förderungen gespielt haben. Er berichtet über die wichtigsten Zielgruppen von Industrieunternehmen bis Hotels, zeigt konkrete Return-on-Invest-Beispiele und erklärt, weshalb Beratung und Aufklärung oft der Schlüssel zum Erfolg sind. Außerdem geht es um Innovationen wie bidirektionales Laden, dezentrale Energiesysteme und die Expansion nach Spanien und wie Cubos damit eine Vorreiterrolle für nachhaltige Unternehmensenergie einnimmt.
Über den Gast:
Christian Rühe ist CTO & Geschäftsführer von Cubos, einem Anbieter integrierter Energielösungen. Mit Wurzeln in der Automotive-Industrie treibt er heute die Transformation hin zu dezentraler, flexibler und wirtschaftlicher Energieversorgung für Unternehmen in Deutschland und Europa voran.
Transkript
Christian RüheWir müssen immer innovationsgetrieben sein, wir müssen immer in dem Moment sein, hey, was braucht der Markt gerade, wie können wir da Lösungen entwickeln, um halt mit diesem Markt auch dann mitwachsen zu können.
Anne SchlösserDas ist der Return on Innovation Podcast mit Anne Schlösser und Heike Löffler. Hallo, liebe Zuhörer von Return on Innovation. Unser heutiger Gast hat einen beeindruckenden Wandel begleitet vom Automotive-Zulieferer hin zu einem Komplettanbieter für Energielösungen. Christian Rühe ist CTO und Geschäftsführer von Cubos. Das Unternehmen befähigt energieintensive Betriebe, energieautark zu werden mit einem ganzheitlichen Ansatz aus Photovoltaik, Speichern, Ladeinfrastruktur und intelligentem Energiemanagement. Hallo Christian, schön, dass du heute dabei bist.
Christian RüheJa, hallo Anne. Vielen Dank für die Einladung und freue mich total auf den Austausch mit dir heute.
Anne SchlösserSuper, lass uns gleich einsteigen. Eure Firma hat als Automotive-Zulieferer angefangen. Ihr habt damals als Hauptprodukt diese Touchschalter am Lenkrad für VW gefertigt. Heute seid ihr ein Komplettanbieter für Energielösungen, der Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Speicher und intelligentes Energiemanagement vereint. Wie seid ihr darauf gekommen, diesen Wandel anzustoßen? Was hat euch eigentlich bewogen, ja, in die Richtung zu gehen und was waren so die ersten Schritte dahin?
Christian RüheJa, also genau wie du richtig gesagt hast, wir kommen ursprünglich aus dem Automotive-Bereich und einer unserer Innovationen war damals der Touchschalter mit dem haptischen Feedback, was wir dann über viele Jahre hin weiterentwickelt haben und dort natürlich auch viel Erfahrung sammeln konnten im Bereich Entwicklung, Serienproduktion und Prozesse. Kurz gesagt, wir haben gelernt, wie man Produkte methodisch entwickelt, aufbaut und dann vor allem sicher in den Markt bringt. Und irgendwann stellst du dir dann die Frage, hey, was mache ich eigentlich mit diesem ganzen Know-how? Kann ich die Produkte vielleicht in in andere Märkte, in andere Branchen reinbringen? Oder was auch super spannend ist, kann ich eigentlich das Skillset, was ich jetzt habe, nutzen, um neue Lösungen zu entwickeln und damit in andere Märkte zu gehen? Und aus der Automobilindustrie, ich denke, das hat jeder in den letzten Monaten auch mitbekommen, die haben ein extremes Problem und das sind die langen Entwicklungszeiten, ja? Wenn man ein Produkt fertig ist, lässt es sich nur schwer anpassen. Und im Energiesektor hingegen ist das komplett anders. Gefühlt ändert sich da täglich etwas und das sind dann die Anforderungen des Kunden, die Technologien, die Player am Markt. Und dafür brauchst du dann ein System, was möglichst flexibel ist und mitwachsen kann. Und genau in dieses Thema sind wir reingegangen, sodass wir dann heute einen Komplettanbieter für Energielösungen sein können, sprich diese Photovoltaiklösungen, Ladeinfrastruktur, Speicher und das Energiemanagement und das alles aus einer Hand, sodass es halt als System, Gesamtsystem auch funktioniert.
Anne SchlösserIch finde diesen Moment wahnsinnig spannend, den ihr da gehabt habt. Das war ja sozusagen der Moment, in dem ihr gesagt habt, wir sind super hier in dem, was wir machen, aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht ja, den Anschluss verlieren und uns vielleicht auch noch in andere Branchen entwickeln, die ein bisschen resilienter sind. Kannst du da noch mal ein bisschen drüber erzählen, wie ihr dazu gekommen seid, was vielleicht auch so die Diskussionen waren? Hattet ihr irgendwie Sorge, dass äh dass ihr dass die Automobilindustrie hattet ihr das vorausgesehen, ähm dass das dass es da kriseln wird oder was waren so damals die Überlegungen?
Christian RüheGenau, das das finde ich ganz spannend. Unser Gründer und und Chef hat damals einen Spruch gebracht: "Wenn der Volkswagen hustet, haben wir eine Lungenentzündung." Und das beschreibt es eigentlich ganz gut, ja? Also, wenn du nur in der Automobilbranche unterwegs bist und dort was Größeres passiert, bist du halt als Firma schlecht aufgestellt. Und ich glaube, ein eine Schlüsselkomponente war dann vor allem die Neugierigkeit und die Offenheit für neue Ideen. Bei uns gibt es den Spruch, wenn mir jemand sagt, er will eine Rakete bauen, dann lautet die Antwort ganz einfach: "Gut, dann bauen wir halt eine Rakete." Und natürlich schauen wir dann auch mal schnell, wie lässt sich daraus ein Business Case generieren. Aber der erste Schritt ist immer frei denken, ne? Nicht direkt sagen, das klassische Ingenieurswesen, warum etwas nicht geht und erst mal alles aufzählen, was nicht funktionieren kann, sondern was muss ich eigentlich machen, damit es möglich ist, ne? Und ganz konkret haben wir dann klein angefangen. Wir haben eine erste AC-Ladestation entwickelt aus einer Mitarbeiteridee heraus. Der hat das relativ schnell aufgebaut, so'n so'n ja, Prototyp mal gezeigt und dann sind wir mit dieser Idee immer weiter gewachsen, ja, dass wir sagen, wir machen erste Projekte im Bereich Ladeinfrastruktur, wo wir dann unsere Wallboxen einsetzen konnten. Dann haben wir das durch unsere Softwarekompetenzen ergänzt. Und als wir dann gesehen haben, hey, dieses Universum funktioniert, dann Stück für Stück erweitert um die um die weiteren Bausteine rund um Photovoltaik, Speicherlösungen, sodass wir dieses Ökosystem rund um Energie haben. Und für uns war das halt super wichtig und auch dieser Weg weg von den starren Zyklen aus der Automobilindustrie, irgendwie zu überlegen, was könnte in drei Jahren sein und das heute zu entwickeln, sondern wir müssen immer innovationsgetrieben sein, wir müssen immer in dem Moment sein, hey, was braucht der Markt gerade, wie können wir da Lösungen entwickeln
um halt mit diesem Markt auch dann mitwachsen zu können.
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