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Folge #029 · 26.11.2025 · 37 Min.

Skalierbare Energieplattform mit Michel Nicolai: Wie epilot neue Geschäftsmodelle für Versorger ermöglicht

Heike Löffler spricht mit Michel Nicolai, CEO und Mitgründer von epilot, über den Aufbau einer skalierbaren Plattform für die Energiewende, welche das klassische Strom- und Gasgeschäft mit neuen Produkten wie Photovoltaik, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur verbindet und durchgängige End-to-End-Customer-Journeys schafft.

Im Gespräch geht es um den Weg vom kapital-effizienten MVP zur zweiten Plattformgeneration: ein bewusstes Feature-Freeze, die modulare Migration einzelner Funktionen und der klare Schritt vom Projekt- zum Produktgeschäft. Er erklärt, warum tiefe Integrationen in heterogenen ERP-/IT-Landschaften der Versorger zum Dreh- und Angelpunkt werden, wie eine Community-getriebene Roadmap „Coopetition“ fördert und welche Rolle Finanzierung und Governance spielen – von der Investorenwahl nach kulturellem Fit und Skalierungserfahrung bis zu einem Board, das als strategischer Sparringspartner wirkt. Außerdem nimmt er uns mit in sein Team, bei dem er auf hohen Talentanspruch, Ownership und klare Ziele setzt - mit der Ambition den Weg zum Unicorn zu gehen.

Über den Gast

Michel Nicolai ist CEO & Mitgründer von epilot, einem Tech-Scale-up, das Stadtwerke, Netzbetreiber und Energielösungsanbieter mit einer Cloud-Plattform bei der Umsetzung der Energiewende unterstützt. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit erneuerbaren Energien und der Digitalisierung von Vertriebs- und Serviceprozessen und arbeitet heute bei epilot mit über 180 Unternehmenskunden zusammen.

Transkript

Michel NicolaiJa, das ist entweder eins oder null. Wir bauen das jetzt mit dem Risiko, dass uns das Geld ausgeht, dass wir es nicht schaffen, aber dann haben wir es zumindest versucht, oder wir sind nicht so mutig und machen so weiter, aber da muss man auch so ehrlich sein, dann können wir an das Unicorn einen Haken machen.

Heike LöfflerDas ist der Return on Innovation Podcast mit Anne Schlösser und Heike Löffler.

Anne SchlösserLiebe Hörerinnen und Hörer, bevor es reingeht in die nächste Folge, ein kleiner Werbeaufruf in eigener Sache. Wenn euch unser Podcast gefällt, freuen wir uns sehr, wenn ihr uns fünf Sterne hinterlasst und auf Spotify folgt. Das hilft uns nämlich, die Sichtbarkeit zu erhöhen und vor allen Dingen weiterhin so spannende Gäste hinter das Mikro zu bekommen, die ihre Insights aus Corporate Innovation mit euch teilen. Vielen Dank vorab und jetzt viel Spaß mit der Folge.

Heike LöfflerHerzlich willkommen zu einer neuen Folge von Return on Innovation. Heute sprechen wir über Innovation im Energiemarkt und auch noch darüber, was es braucht, um aus einem Scale-up ja ein echtes Unicorn zu bauen. Und dazu begrüße ich ganz, ganz herzlich Michel Nicolai. Er ist der CEO und Mitgründer von epilot. Und epilot hat sich mit seiner Plattform zum Ziel gesetzt, die Energiewelt radikal zu vereinfachen und vor allen Dingen bauen sie ihr Produkt zusammen mit ihrer Community, nämlich ihren Kunden. Michel, schön, dass du heute hier bist.

Michel NicolaiJa, Heike, vielen Dank für die schönen einleitenden Worte. Ich freue mich auch, dabei sein zu können in eurer Podcast-Reihe.

Heike LöfflerJa, legen wir los. Also in der Energiewelt, und wir kennen uns ja schon weichen, da seid ihr natürlich sehr bekannt, nicht zuletzt auch wegen eurer tollen Stände immer auf den Messen, z.B. auf der E-world, wo auch wir uns irgendwann mal getroffen haben. Aber sag doch noch mal ganz kurz, was ihr genau für ein Produkt baut.

Michel NicolaiJa, wir haben epilot 2017 gegründet, genau wie du gerade gesagt hast, mit dem Ziel, Dinge radikal auch anders zu machen, vor allen Dingen zu vereinfachen. Wir haben ein SaaS-Cloud-Produkt mittlerweile in der zweiten Generation gebaut und unser Ziel ist es, das führende plattformbasierte Ökosystem aufzubauen. Das hört sich vielleicht jetzt für jemand, der epilot nicht kennt, jetzt noch etwas zu abstrakt an. Was wir damit meinen, ist, wir sind ja im im Energiemarkt unterwegs, da gibt's klassische Player oder etablierte Player wie Stadtwerke, wie Netzbetreiber, Regionalversorger und es gibt natürlich auch dann so die ganzen neuen Player, die oft auch übers Asset kommen, ne, über die ganzen Energy Transition Produkte, Wärmepumpe, PV und Co. Und das, was wir machen, ist eben das klassische Geschäft, also auf der Vertriebsseite, das ganze Strom- und Gasgeschäft, wo eigentlich jeder Energieversorger, zumindest etablierter Energieversorger herkommt, nahtlos zusammenzubringen mit dem ganzen Neuen. Und wir befinden uns mitten in der Transformation und das muss eben auch zusammenwachsen, damit diese Transformation erfolgreich funktioniert. Da sind auch andere Aspekte drin wie durchgängige Ende-zu-Ende-Journey, ne, wo man wirklich den Kunden auf der kompletten Reise nahtlos begleiten kann. Heute ist das hochgradig fragmentiert und so holistisch das ganze Produkt-Offering, was unsere Kunden eben bieten, dann erstmalig auf einer Plattform zusammenzubringen und dann diese ganzen unterschiedlichen Prozessroutinen, also Strom und Gas, das ist was Virtuelles. Das schließe ich ab und dann wird das automatisiert eben in das entsprechende ERP-System unserer Kunden übertragen. Eine Wärmepumpe ist etwas Physisches, ein Hausanschluss ist etwas Physisches, da muss gegraben werden, da muss auf dem Dach vielleicht was gemacht werden. Also man hat wirklich die Komplexität aus Sicht eines Energieanbieters, dass man vorne eben E-Commerce machen soll, das ist eigentlich der Standard, jeder kennt das von Amazon und Co., hat aber dann die Herausforderung, dass jedes Produkt, nicht nur jede Produktgruppe, wieder ganz unterschiedliche prozessuale Herausforderungen hat und das orchestrieren wir auf einer Plattform. Und das ist eigentlich der Clou an der epilot Story.

Heike LöfflerUnd du hast ganz am Anfang, als wir uns getroffen haben, gleich gesagt: „Heike, ich trete hier an, um Unicorn zu bauen. Das, was wir hier machen, das soll richtig, richtig groß werden.“ Und wir sprechen ja über Innovationen, erfolgreiche Innovationen. Was braucht's denn, um so ein Unicorn zu entwickeln?

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