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Folge #032 · 17.12.2025 · 24 Min.

Vom Hardwareprojekt zur KI-Software mit Dr. Larisa Wewetzer: Wie Lernzyklen und ein mutiger Pivot bei Ottobock Innovationen mit klarem Kundennutzen schaffen

Anne Schlösser spricht mit Dr. Larisa Wewetzer, Head of Digital Health Solutions & Platform bei Ottobock, über einen Innovationsweg, der als Hardwareprojekt startete und in einer KI-gestützten Software für die Erstattungsdokumentation mündete.

Im Gespräch geht es um den Mut zum Pivot und die Frage, wie man ein weit fortgeschrittenes Sensorprojekt stoppt, da Computer-Vision-Verfahren ohne zusätzliche Hardware schneller, präziser und nutzerfreundlicher wurden. Dr. Larisa Wewetzer erklärt, wie die entstandene KI gestützte Video- und Softwarelösung komplexe biomechanische Parameter automatisiert auswertet und für Orthopädietechniker, Krankenkassen und Ärzte sowie den Medizinischen Dienst verständlich aufbereitet und den Dokumentationsaufwand von zuvor acht bis dreizehn Stunden auf rund dreißig bis vierzig Minuten reduziert, womit Anträge deutlich schneller bei Kostenträgern eingereicht und Patienten früher versorgt werden. Außerdem beleuchten wir, wie Ottobock trotz Regulierung früh im Realbetrieb testet und wie die Lösung über Ländergrenzen skalieren kann. Zum Schluss richten wir den Blick auf die großen Hebel der Branche wie Dateninfrastruktur und eine agilere Regulierung, um die wachsende Erwartungshaltung KI-gewohnter Nutzer mit der Realität der Versorgung zusammenzubringen. Denn neue digitale Erlösquellen sind wichtig, entscheidend ist aber, dass Innovation die Versorgung nachweislich beschleunigt und verbessert.

Über den GastDr. Larisa Wewetzer leitet bei Ottobock den Bereich Digital Health Solutions & Platform. Zusätzlich engagiert sie sich im Vorstand des Bundesverband Managed Care e.V. und als Advisory-Board-Member am L3S Research Center. Zuvor arbeitete sie in der Versorgungsforschung an der Universität zu Lübeck und verbrachte rund zehn Jahre bei Drägerwerk in leitenden Funktionen.

Transkript

Larisa WewetzerWir mussten das Projekt stoppen, weil die zugrundeliegende Technologie schlicht überholt war. Kurz nachdem wir viel investiert hatten, muss man sagen, hat die rasante Entwicklung im Bereich Computer Vision gezeigt, dass wir ohne physische Sensoren schneller, genauer und anwenderfreundlicher arbeiten können.

SprecherDas ist der Return on Innovation Podcast mit Anne Schlösser und Heike Löffler.

Anne SchlösserLiebe Hörerinnen und Hörer, bevor es reingeht in die nächste Folge, ein kleiner Werbeaufruf in eigener Sache. Wenn euch unser Podcast gefällt, freuen wir uns sehr, wenn ihr uns fünf Sterne hinterlasst und auf Spotify folgt. Das hilft uns nämlich, die Sichtbarkeit zu erhöhen und vor allen Dingen weiterhin so spannende Gäste hinter das Mikro zu bekommen, die ihre Insights aus Corporate Innovation mit euch teilen. Vielen Dank vorab und jetzt viel Spaß mit der Folge.

Anne SchlösserHallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Return on Innovation. Heute spreche ich mit Larisa Wewetzer von Ottobock. Sie leitet dort die Softwareentwicklung und sie steht für starke Innovation im MedTech-Bereich. Lass uns mal direkt einsteigen, Larisa. Stell dich gerne mal vor persönlich und was deine Rolle bei Ottobock ist, was du machst in der Softwareentwicklung.

Larisa WewetzerJa, sehr gerne. Ja, wie du mich schon eingeführt hast, ich bin seit 15 Jahren in der MedTech-Industrie unterwegs in unterschiedlichen Positionen, war aber größtenteils der Zeit sozusagen in der Produktentwicklung aktiv und natürlich auch das Thema Digitalisierung im Healthcare-Bereich begleitet mich auch schon sehr, sehr viele Jahre. Bei Ottobock haben wir in den letzten drei Jahren die gesamte Softwareentwicklung noch mal professionalisiert, stark modernisiert und die Digitalisierungsstrategie wird jetzt aktiv umgesetzt.

Anne SchlösserSehr schön, das klingt schon mal ganz vielversprechend und spannend für das Thema, um das es heute geht, nämlich Innovation wie immer und der Return davon. Was ist denn für dich persönlich Innovation und vielleicht auch, wann wird aus einer Idee eine Innovation?

Larisa WewetzerJa, persönlich verstehe ich darunter mehr als nur eine neue Technologie. Für mich ist es die erfolgreiche Lösung eines akuten, eines relevanten Kundenproblems. Und eine Idee wird erst dann zu echten Innovation, wenn sie nicht nur technisch machbar ist, sondern auch wirtschaftlich tragfähig ist, vor allem, ja, und und von den Kunden angenommen wird und einen messbaren Mehrwert für den Kunden liefert. In der MedTech-Industrie würde ich sagen, bedeutet das, dass sie die Versorgungsqualität zum Beispiel verbessern muss.

Anne SchlösserJetzt meintest du, Larisa, eine Innovation ist erst dann eine Innovation, wenn sie ein echtes Kundenproblem löst. Wann habt ihr denn zuletzt erlebt, dass dass eine eurer Ideen in in der Praxis an ihre Grenzen gestoßen ist?

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