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Folge #031 · 10.12.2025 · 41 Min.

Corporate-Startup-Partnerschaften mit Alexa Gorman: Wie Partnerschaften zwischen Konzernen und Startups Wirkung entfalten

In dieser Folge spricht Heike Löffler mit Alexa Gorman darüber, wie Innovation entlang der gesamten Wertkette zwischen Konzernen, VCs und Startups entsteht und was es braucht, damit daraus messbares Wachstum wird. 

Im Gespräch geht es um Startups in ihrer Rolle als Innovationstreiber und wie aus gesunkenen Markteintrittsbarrieren durch Internet, Cloud, KI und Social neue Geschäftsmodelle entstehen. An konkreten Beispielen von frühen KI-Anwendungen bis New-Space-Use-Cases wird deutlich, wie schnell aus Pilotprojekten skalierende Lösungen werden oder sogar der Sprung zum Unicorn gelingt. Alexa erklärt, wie Corporate-Startup-Partnerschaften Wirkung entfalten, wenn Zielbilder klar sind, Venture-Clienting Kundennutzen erzeugt und das Top-Management Priorität setzt. Wir sprechen über Organisation und Enablement, in denen Startup-Einheiten als Übersetzer zwischen agilen Teams und Konzernprozessen agieren, über Pilotierungen mit eindeutigen Gates und KPIs und über das Risiko langer Entscheidungszyklen, das aktives Erwartungsmanagement verlangt. Außerdem geht es um die Rolle von encourageventures als Gründerinnen und Investorinnen Netzwerk mit kuratierten Dealflow, Akademie und Mentoring. Abschließend blickt Alexa auf den Standort Deutschland und macht klar, dass mehr Kollaboration und mehr Exit-Chancen nötig sind, um das Ökosystem auf ein neues Niveau zu heben.

Über den Gast

Alexa Gorman verbindet seit vielen Jahren die Welten Konzern, VC und Startup unter anderem als Head of Research & Innovation Advocacy bei SAP, als Angel-Investorin und als Mitgründerin von encourageventures, einem Netzwerk von Investorinnen, Mentorinnen und Expertinnen zur Skalierung von Gründerinnen-Teams. Sie bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung erfolgreicher Produkt-, Branchen- und Marktstrategien mit und fördert mit ihrem umfangreichen internationalen Hintergrund und ihren Erfahrung sowohl im Unternehmens- als auch im Start-up-Bereich sowie einem großen Netzwerk im Bereich Innovationen lukrative strategische Partnerschaften.

Transkript

Alexa GormanWir können sehen, dass Startups wirklich dort angreifen können, wo etablierte Unternehmen festgefahren sind. Sie sind halt viel agiler, haben auch viel weniger zu verlieren und das hat jetzt in den letzten Jahren wirklich dazu geführt, dass sie auch in der Lage waren, durch neue Businessmodelle komplette Industrien neu zu definieren.

Heike LöfflerDas ist der Return on Innovation Podcast mit Anne Schlösser und Heike Löffler. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Return on Innovation. Heute spreche ich mit Alexa Gorman. Sie ist Tech Executive, Mitgründerin, Investorin und Mitinitiatorin von encourageventures, einem Netzwerk für Gründerinnen und Investorinnen. Alexa, ich freue mich sehr, dass du heute bei uns bist. Herzlich willkommen.

Alexa GormanVielen Dank, liebe Heike. Ich freue mich auch sehr, dabei zu sein.

Heike LöfflerUnd du bewegst dich ja seit vielen Jahren zwischen Konzernen, Venture-Capital-Welt und der Startup-Szene. Vielleicht beschreibst du mal in deinen eigenen Worten, an welcher Stelle der Innovationskette du eigentlich hier am am stärksten mitwirkst.

Alexa GormanDas ist eigentlich in der Tat eine schwierige Frage, weil ich an jedem Ende der Kette ein bisschen mitwirke. Ich habe lange Jahre die Startup-Aktivitäten für SAP geleitet. Das war die Einheit SAP.iO, wo wir das Ziel hatten, 650 Startups, die wir in das Ökosystem gebracht haben, erfolgreich mit SAP-Kunden zusammenzubringen, also mehr auf der Konzernseite. Wir haben in diesem Rahmen der Aktivitäten auch sehr viel mit VCs zusammengearbeitet, vor allem zum Beispiel dem High-Tech Gründerfonds, wo wir wirklich so eine Best-Practice-Kollaboration aufgebaut haben. Und da wurde ich dann gefragt, ob ich nicht bei ihnen die Wirtschaftsinvestoren im Investorenbeirat vertreten kann, also da war sehr viel mehr auf der VC-Seite. Und wie du schon gesagt hast, bin ich auch Mitgründerin von encourageventures, das ja fast wie vor viereinhalb Jahren, als wir es gegründet haben, fast wie ein Startup war, und bin dann noch selbst Angel-Investorin und helfe Startups da bei der Skalierung.

Heike LöfflerJa, und du hast noch was gemacht, nämlich hast du kürzlich an einem Buch mitgewirkt: "Innovation: Frauen schaffen Zukunft". Ich habe das sogar hier gerade neben mir liegen. Und dort betonst du noch mal, dass Startups im Prinzip heute die eigentlichen Innovationstreiber sind. Das klingt jetzt erstmal, finde ich, nicht so überraschend, ne? Aber was du ja betonst, ist, dass im Prinzip die Innovationsdynamik nicht mehr so stark von etablierten Unternehmen kommt, sondern einfach viel mehr oder auch schneller durch Startups getrieben wird. Kannst du uns dazu noch ein bisschen mehr erzählen?

Alexa GormanAlso, wie du gesagt hast, bin ich eine von 50 Frauen, die einen Beitrag für das FAZ-Buch "Innovation: Frauen schaffen Zukunft" geschrieben habe und ja, da beleuchte ich dieses Thema Startups als Innovationstreiber als eines Themen. Da gibt es aber viele andere Themen noch um Innovationen in dem Buch. Aber wenn wir uns einfach mal ja, anschauen, wie sich in den letzten Jahren die unterschiedlichsten Technologien entwickelt haben, da kannst du dir das Internet natürlich, Cloud Computing, die künstliche Intelligenz, aber auch Social Media, da kann man sehen, wie es eine massive Senkung der Markteintrittshürden für Unternehmen, vor allem für kleinere Unternehmen, mittlerweile gibt. Also, wenn wir uns Wachstum anschauen von Unternehmen, ist das viel viel schneller heute, als es noch vor 15 beziehungsweise dann auch vor 100 Jahren gab. Also, im Rahmen dieses Beitrags habe ich gesehen, dass Disney wirklich 69 Jahre gebraucht hat, bis sie diese eine Milliarde Umsatzmarke geknackt haben. Microsoft hat immerhin noch 15 Jahre gebraucht, aber wenn du dir dann so Jet.com oder OpenAI auch anschaust, haben die wirklich eine Milliarde Umsatz nach zwei beziehungsweise drei Jahren erreicht, was enorm ist. Und wir können sehen, dass Startups wirklich dort angreifen können, wo ja, etablierte Unternehmen festgefahren, wenn man es so nennen will, sind. Sie sind halt viel agiler, haben auch viel weniger zu verlieren und das hat jetzt in den letzten Jahren wirklich dazu geführt, dass sie auch in der Lage waren, durch neue Businessmodelle komplette Industrien neu zu definieren. Da braucht man sich nur mal anschauen, was Uber gemacht hat oder was Airbnb gemacht hat, aber auch Netflix. Und sie haben diese Möglichkeit, weil Großunternehmen oft, wie Clayton Christensen das nennt, der Innovator's Dilemma

Dilemma stecken. Das heißt, sie fokussieren sich viel zu sehr auf bestehende Kunden, was diese bestehende Kunden brauchen und verhindern selbst innerhalb des Unternehmens dadurch wirklich radikale Erneuerung. Und so können eigentlich durch auch die niedrigeren Markteintrittsbarrieren Startups sich in diesen unterschiedlichen Industrien einfach etablieren und Innovation vorantreiben.

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