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Folge #036 · 21.01.2026 · 29 Min.

Autonome Mobilität mit Florian Kittelmann: Wie Alstom durch autonome Züge Kapazitäten auf der Schiene steigert und dem Fachkräftemangel entgegenwirkt

In dieser Folge feiern wir eine Premiere: Heike Löffler ist zum ersten Mal für eine Videofolge direkt vor Ort im Alstom-Lab für autonomes Fahren und spricht mit Florian Kittelmann darüber, wie die Digitalisierung der Schiene das klassische Geschäftsmodell eines Zugherstellers transformiert. Es geht darum, warum autonomes Fahren kein bloßes „Nice-to-have“, sondern eine existenzielle Notwendigkeit für die Mobilitätswende und den Fachkräftemangel ist.

Im Gespräch wird der strategische Wandel von Alstom vom reinen Hardware-Produzenten hin zu einem Anbieter für digitale Systeme und Dienstleistungen beleuchtet, der mittelfristig einen Service-Anteil von 60 % anstrebt. Florian erläutert inmitten der Test-Racks des Labs, wie digitale Komponenten die Funktion des Triebfahrzeugführers in offene Schienensysteme übersetzen. An konkreten Beispielen wie dem autonomen Regionalzug in Niedersachsen wird aufgezeigt, dass die technische Machbarkeit bereits bewiesen ist, die Skalierung jedoch neue regulatorische Weichentellungen erfordert. Ein zentrales Thema ist dabei die Flexibilisierung der Rahmenbedingungen sowie der Übergang von rein deterministischen Sicherheitsnachweisen zu einer modernen Risikoabwägung, um KI-basierte Innovationen auf die Strecke zu bringen. Zudem gibt Florian tiefe Einblicke in die interne Innovationskultur: Er beschreibt, wie durch jährliche Wettbewerbe, lokale Innovation Hubs und globale Innovation Champions Bottom-up-Ideen mit Top-down-Strategien verzahnt werden, um den Return on Innovation messbar zu machen.

Über den Gast Florian Kittelmann ist Senior Director für Autonomous Mobility, AI und Innovation bei Alstom. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Bahnbranche, unter anderem durch seine Station bei Bombardier und verantwortet heute die Zentralisierung und Produktisierung zukunftsweisender Mobilitätslösungen. Sein Fokus liegt darauf, durch Automatisierung nicht nur den Personalbedarf effizienter zu gestalten, sondern auch die Kapazität auf der Schiene nachhaltig zu steigern.

Transkript

Florian KittelmannDas ist der Return on Innovation Podcast mit Anne Schlösser und Heike Löffler.

Heike LöfflerHerzlich willkommen zu einer neuen Folge von Return on Innovation und diesmal mit einer Premiere, denn wir sind das erste Mal bei einem Podcast-Gast vor Ort und da haben wir gedacht, nehmen wir gleich die Kameras mit, ja, und nehmen das auch noch auf. Das heißt, herzlich willkommen oder ich muss sagen, vielen Dank, Florian Kittelmann, dass wir heute bei euch bei Alstom hier sein dürfen.

Florian KittelmannJa, also schön, dass ihr da seid. Wir freuen uns riesig, euch hier begrüßen zu heißen und dass wir diese kleine Premiere gemeinsam feiern.

Heike LöfflerWer das Bild sieht, der denkt vielleicht, wir sitzen hier irgendwo, ja, im im im Serverraum oder der Abstellkammer, aber wir sitzen in eurem Lab für autonomes Fahren, ja, und das hat auch einen Grund, denn du bist Senior Director für Autonomous Mobility, AI und Innovation hier bei Alstom und vielleicht verrätst du unseren Hörern mal, was es damit auf sich hat. Was machst du in deiner Rolle?

Florian KittelmannGut, also fangen wir erst mal mit den mit den Racks an. Das sind nämlich Züge, die hinter uns stehen. Das sind nämlich die digitalen Komponenten der Züge, die hier getestet werden. Und ein Element, was man da oben sieht, ist das sogenannte EVC3. Das ist eins dieses dieser einer dieser Komponenten, um den es immer geht, wenn man über die Digitalisierung der Schiene in Deutschland spricht. Das ist nämlich das neue Herzstück, was in Züge eingebaut werden muss, damit sie autonom beziehungsweise automatisch fahren können.

Heike LöfflerOkay, also und wie müssen wir uns das genau vorstellen, was wir da im Hintergrund sehen?

Florian KittelmannAlso, man muss sich vorstellen, dass diese diese Racks, das sind ja jeweils Computer und jeder von diesen Computern ist ein ein Zug-Cockpit. Und was was passiert hier, ist, dass der Zug wird simuliert. Das heißt, man schaut, ob das neue Signaltechniksystem mit dem Zug richtig zusammenarbeitet und auch entsprechend auf der Strecke zusammenarbeiten würde, sodass man dann im nächsten Schritt das neue Signaltechniksystem auch auf dem Zug einsetzen kann.

Heike LöfflerJa, und du hast es eben schon verraten, also und die meisten wissen es auch, Alstom baut ursprünglich Züge, um es vereinfacht zu sagen. Das heißt, ihr baut Hardware, ihr verkauft diese Hardware. Und jetzt gibt es aber viele neue Themen, ja, die auf diesem Markt gerade passieren. Autonomes Fahren ist eins, AI, überhaupt der Trend zu Geschäftsmodellen as a Service. Wenn du auf euer Geschäftsmodell schaust, ja, wie siehst du euch in so drei bis fünf Jahren? Ist Züge verkaufen immer noch das Thema oder wandelt sich das komplett?

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