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Folge #060 · 15.07.2026 · 45 Min.

Smart Energy als Beschleuniger der Energiewende mit Konrad Schade: Wie Rabot Energy durch Heimspeicher und dynamische Tarife den Strommarkt für Mieter öffnet

In dieser Folge spricht Heike Löffler mit Konrad Schade darüber, wie smarte Energielösungen den traditionellen Strommarkt aufmischen und was es braucht, damit wirklich jeder Haushalt von der Energiewende profitieren kann.

Im Gespräch geht es um dynamische Stromtarife als Innovationstreiber und wie aus schwankenden Börsenpreisen durch leicht zugängliche Heimspeicher neue Lösungen für die breite Masse entstehen. Am konkreten Beispiel des neuen Produkts Rabot Flow wird deutlich, wie Mieter unkompliziert günstigen Sonnenstrom zur Mittagszeit speichern oder verkaufen können und wie Rabot Energy dabei die Hürde des schleppenden Smart-Meter-Ausbaus in Deutschland aus dem Weg räumt. Konrad erklärt, wie strategische Flexibilität in einem Scale-up funktioniert, wenn politische Rahmenbedingungen den Markt verändern, und warum das Unternehmen auf cross-funktionale, unternehmerisch agierende Squads entlang der Customer Journey setzt, um maximale Innovationsgeschwindigkeit zu erreichen. Außerdem geht es um den strategischen Pivot des Unternehmens vom reinen E-Auto-Ladeservice hin zum umfassenden smart energy provider für jedermann. Abschließend blickt Konrad auf den Status der deutschen Energiewende und macht klar, dass wir beim Anteil erneuerbarer Energien deutlich weiter sind als gedacht, die nächste große Disruption aber der dezentrale Batteriespeicher im eigenen Zuhause sein wird.

Über den Gast 

Konrad Schade treibt bei dem Energieanbieter Rabot Energy als Managing Director & Chief Commercial Officer mit seinem 130-köpfigen Team die Vision voran, die Energiewende durch dynamische Ökostromtarife und smartes Energiemanagement für jeden Haushalt und B2B-Partner unkompliziert zugänglich zu machen. Zuvor entwickelte und optimierte er das globale Geschäftsmodell und die Prozesse von Wayfair und steuerte so den direkten Erfolg von mehr als 16.000 Lieferanten.

Transkript

Ich glaube, dass wir weiter sind, als wir denken, aber dass wir halt tatsächlich noch das Ding zu Ende denken müssen, um wirklich diese Energiewende so umzusetzen, dass wir in Deutschland dann in ein, zwei, drei Jahren zu 70, 80 % autark sind mit unserer gesamten Energiepolitik. Und das ist schaffbar. Aber dafür braucht es a regulatorischen und die weiteren Anreize und es braucht Unternehmen, die sagen, am Ende muss es der Kunde kaufen und verstehen. Und wenn wir ihm diese ganze Komplexität erklären, macht das halt keiner in Deutschland, sondern wir sagen, wir nehmen diese ganze Komplexität raus und danach hast du Strom im Überfluss zum günstigsten Preis. Das ist der Return on Innovation Podcast mit Anne Schlösser und Heike Löffler. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Return on Innovation. Mein Gast heute ist Konrad Schade. Du bist Chief Commercial Officer bei Rabot Energy. Und wer Rabot Energy nicht kennt, ihr seid ein Berliner Unternehmen, ja, und ihr seid Teil der New Energy Bewegung. Herzlich willkommen, Konrad. Heike, vielen, vielen Dank. Hallo an alle. Schön, dass wir heute da sein dürfen. Freue mich sehr auf das Gespräch. Und wir haben heute spannende Themen im Gepäck. Wir sprechen über ein Produkt, was ihr gerade gelauncht habt für das Thema Energiewende, und zwar für Mieter. Aber ich will noch nicht zu viel verraten. Und wir sprechen auch generell noch mal über, ja, euren Weg als Unternehmen, ja, und wie man als neuer Player eigentlich auf diesem alten, doch sehr traditionellen Energiemarkt bestehen kann. Magst du unseren Zuhörern und Zuhörerinnen noch mal ein bisschen verraten, was ihr überhaupt macht bei Rabot Energy? Wir sind ein ein Neo-Energy-Anbieter, also langweilig würde man sagen, eigentlich erst mal ein ein Energielieferant. Das Unternehmen, das dir täglich deinen Strom liefert, über den du da auch abschließen kannst. Und da haben wir ja in Deutschland über 1.000, also es ist auch nicht verwunderlich, dass man jetzt nicht alle kennt. Aber was wir anders machen, ist, dass wir primär ein Anbieter sind für sogenannte dynamische Stromtarife. Das ist eine Produktlösung, die jetzt seit 5, 6 Jahren eigentlich im Markt ist und die halt sich unterscheidet von den klassischen Fixpreistarifen, dass du halt stündlich oder viertelstündlich nach den Strombörsenpreisen abgerechnet wirst und dadurch auch stärker an den Schwankungen im Strommarkt profitieren kannst. Damit sind wir mal gestartet vor 4, 5 Jahren. Und seid jetzt wie groß ungefähr? Genau, wir haben jetzt knapp 200.000 Kunden tatsächlich im B2C-Bereich, haben auch einige große Player im B2B-Bereich, sind knapp 150 Mitarbeiter und haben, ja, das ist ja historisch gewachsen, drei kleine Standorte in Berlin, Hamburg und München und wachsen nach wie vor sehr gut und versuchen, die Energiewende weiter an die deutschen Haushalte zu bringen. Und jetzt ist dieser Flexibilitätsmarkt, den du eben erwähnt hast, nicht ganz unbekannt für mich. Klassischerweise ist das ein Thema, was, sage ich mal, eher Kunden betrifft, die in ihrem Eigenheim wohnen, also dem Einfamilienhaus, ja, die eine Solaranlage auf dem Dach haben, die eine Wärmepumpe noch haben. Und ihr habt aber jetzt ein neues Produkt gelauncht, was sich gezielt an Mieter wendet, ja, und was insofern ganz schön ist, um ein paar Fakten zu ergänzen, weil fast 60 % der Haushalte in Deutschland sind einfach Mieterhaushalte, also wohnen nicht zum Eigentum. Und wenn man auch noch mal schaut, wo die wohnen, dann wohnen die nicht im Haus, sondern im, ja, Mehrfamilienhaus beziehungsweise in der Wohnung. Mit was können die denn jetzt durch euch an der Energiewende partizipieren? Ich will noch mal kurz ausholen, weil ich finde, Energiebranche ist immer was ganz Spannendes, weil die eigentlich in den letzten 20, 30, 40 Jahren wirklich noch nicht so richtig kundenzentrisch war. Ja, sondern die meisten, also wie du schon gesagt hast, wir haben ganz, ganz viele Mieter in Deutschland, und wenn man sich noch eine andere Statistik anguckt, über 60 % der Deutschen sind noch beim Grundversorger. Nicht unbedingt im Grundversorgertarif, aber die sind bei ihrem Haus- und Hoflieferanten, der den örtlichen Stadtwerken, und haben sich da noch nie Gedanken drüber gemacht. Und darauf basiert auch das Businessmodell von vielen, dass man einmal abschließt, zu was auch immer für einem Tarif, und dann sozusagen in der, ja, das vergisst, dass man da eigentlich zahlt, und obwohl sozusagen die Preise sich auch sehr stark bewegen. Und, ja, was machen wir jetzt? Womit sind wir gestartet? Wir hatten ja 2021, 22 diese große Gaskrise. Da sind ja alle Preise mal durch die Decke gegangen. Ganz viele Kunden sind zurück zu den Stadtwerken gegangen, weil der Grundversorger noch fast mit die besten Tarife hatten. Und danach ging es aber auch von den Preisen wieder sehr stark runter. Und seitdem schwanken die Börsenpreise. Strom wird ja schon immer und schon lange an der Strombörse gehandelt. Schwanken die sehr extrem. Und was wir festgestellt haben, ist, dass, na ja, es gibt jetzt diese dynamischen Tarife, also man kann regulatorisch Endkunden auch diese Börsenpreise direkt weitergeben, aber irgendwie macht das keiner, sondern jeder hat seinen 37, 35, 33 Cent pro Kilowattstunde Tarif, der halt irgendwie fix ist. Aber die, die davon vor allem profitieren, sind die Energielieferanten, weil die haben natürlich ihre Margenaufschläge, die kaufen rechtzeitig ein, der Kunde hat sehr wenig Transparenz. Und die Frage ist, ja, warum kriegen wir das nicht besser hin? Vor allem, als wir nach aus der Energiekrise kamen 2022, 2023, die Frage aufkam, ist, wie können denn Leute, Haushalte besser profitieren eigentlich von dieser Energiewende, die wir ja parallel machen? Wir wollen ja weg von Kohle und Gas

as hin zu Solar und Wind und wir bauen ja jedes Jahr Gigawattweise sozusagen neue erneuerbare Energieanlagen aus, aber irgendwie, wenn man mal sich umfragt bei Freunden und Verwandten, gefühlt kommt da nichts an, sondern das einzige, was ankommt, ist, wenn wirklich geopolitisch wieder irgendwas passiert und die Öl- und Gaspreise hochgehen und die Preise wieder teuer werden. Und das war so ein bisschen auch unser Anlass, zu sagen, ja, wie kriegen wir es hin, dass wir in Deutschland, die ja mittlerweile über 60 % der Energie durch Erneuerbaren produzieren, wie kriegen wir es eigentlich hin, dass auch Haushalte davon profitieren? Und was haben wir da gemacht? Wir haben gesagt, na ja, die Antwort muss sein, dass jeder braucht so einen dynamischen Stromtarif. Damit sind wir gestartet und haben aber festgestellt, das ist schwer zu erklären. Und womit wir jetzt, und da gehen wir dann gleich noch mal genauer drauf ein, gestartet sind, na, wir haben, wir nennen es rabot Flow, das ist eine Gesamtlösung aus primär einem Speicher, einem ganz kleinen Speicher für jedermann, der tatsächlich für dich den Strom günstig kauft, verkauft, und wenn du zu Hause bist, nutzt du diesen günstigen Strom und kannst dadurch sehr, sehr viel Geld sparen und auch ein Teil der Energiewende werden.

Heike LöfflerLass uns da noch mal tiefer einsteigen, weil, wie du sagst, wenn ich in der Mietwohnung bin, ist es relativ begrenzt, was ich machen kann. Ich kann mir vielleicht so ein kleines Balkonkraftwerk noch auf den Balkon hämmern, aber ihr habt jetzt im Prinzip eine, ja, Batterie geschaffen, die stecke ich einfach in die Steckdose, und wie funktioniert das ganz genau dann mit der Einsparung?

Konrad SchadeBatteriespeicher gibt's ja schon länger, von so kleinen Akkus bis zu großen Industriespeichern, aber wenn man sich umhört, eigentlich nutzt die kein normaler Haushalt. Und unser Speicher, das ist, ich würde sagen, so ein halber Wasserkasten groß, also wirklich relativ klein, wiegt irgendwie 25 Kilo, also ist nicht ganz leicht, aber das sind die Speicher immer, aber den kriegst du, kannst du trotzdem einfach per Post kriegen, nicht per Spedition, ist also wirklich sehr einfacher Weg. Stellst du bei dir in irgendeinen schönen Raum, sieht auch schick aus, und steckst den einfach an die Steckdose, und dadurch kann der Speicher sich aus dem Netz laden und dann tatsächlich auch wieder entladen, wenn du die Energie nicht brauchst. Und die Lösung sieht dann wie folgt aus: Du hast einen dynamischen Stromtarif bei uns, und du hast diesen Speicher, und wir steuern diesen Speicher über Cloud-to-Cloud, was auch nicht gängig ist. Da geht's schon los, da denkt man so, ja, mittlerweile kann ja alles irgendwie per Wi-Fi automatisiert steuerbar sein. Finde mal einen Speicher, Energiespeicher, der steuerbar ist über Cloud-to-Cloud, über Wi-Fi, sind leider nicht so viele. Darum hat das immer noch ein bisschen länger gedauert. Und genau, wir steuern dann diesen Speicher komplett durch für dich. Das bedeutet, wir wissen, und da muss man vielleicht noch mal drauf eingehen, wie eigentlich diese Strombörsenpreise aussehen. Die sind eigentlich jeden Tag gleich. Das ist ganz charmant, nämlich früh am Morgen ist der Strom recht teuer, kostet vielleicht 35 bis 40 Cent, mittags ist er dann meist kostenlos, selbst im Winter ist er da relativ günstig, weil wir halt viel Wind haben über der Nordsee, dann ist er abends wieder relativ teuer, und nachts ist er wieder fast kostenlos. So, und das ist jeden Tag so. Solange die Sonne aufgeht und untergeht, wird das genauso sein. Und dann macht unser Speicher nichts anderes, als sich mittags voll laden, damit du ihn abends nutzen kannst, und die überschüssige Energie speisen wir wieder ein ins Netz und verkaufen die, dann wird er nachts wieder vollgemacht, damit du morgens was hast, und so wird es jeden Tag wiederholt, und du kannst dadurch mindestens 120 € im Jahr sparen. Und du musst dich, wenn du willst, um nichts kümmern, aber du kannst natürlich auch den Speicher selbst für dich nutzen, kannst, der ist transportabel, du kannst ihn mit auf ein Gartenfest nehmen, der ist verfügbar, wenn mal Stromausfall ist, hilft er dir mindestens irgendwie für einen halben, dreiviertel Tag, auch dass du rumkommst, und ist halt einfach da noch mal so eine zusätzliche Sicherheit und hilft dir täglich beim Geldsparen.

Heike LöfflerWie funktioniert das genau mit dem Geldsparen? Also, ich habe dann wirklich diesen vollflexiblen Tarif, ja, und erziele die Ersparnis selber, und die Frage ist ja auch immer, was muss ich investieren, ne, bis sich das Ganze dann lohnt?

Konrad SchadeJa. Genau. Also, kann man mal so ein kleines Rechenbeispiel auch machen. Wir profitieren ja davon, dass z. B. der Strom mittags nichts kostet, also sagen wir mal, selbst 0 Cent kostet der Energiepreis. Ja, das ist nicht unüblich, selbst an einem Wintertag sind es vielleicht 7, 8 Cent, ist halt wirklich mittags wirklich günstig. Dazu machen wir den Speicher voll, der hat 2 Kilowattstunden, das klingt erst mal wenig, aber wenn man sich überlegt, dass so ein normaler Vier-Personen-Haushalt am Tag 7 bis 8 Kilowattstunden verbraucht, und wir diesen Speicher ja zweimal fahren, also 4 Kilowattstunden irgendwie beladen über den Tag, kann man irgendwie den halben Verbrauch schon covern, und brauchen wir auch nur zu den Peak-Zeiten. Das heißt, wir laden den also voll, und zu sagen wir mal 0 Cent, und abends würdest du ja dann mit deiner Familie zu Hause sein und Strom verbrauchen, und da kostet er vielleicht 35 oder 40 Cent, und du nimmst aber dann den Strom aus deinem Speicher, den du mittags für 0 Cent geladen hast. Das heißt, effektiv sparst du dir da 30 Cent oder 40 Cent an den Energiekosten, und das ist natürlich mega. Und wenn du jetzt aber nicht zu Hause bist, na, dann speisen wir es wieder ein, weil wir können den Strom auch wieder an der Börse verkaufen, weil es geht ja in beide Richtungen. Abends kostet der Strom 40 Cent, aber natürlich kannst du ihn auch verkaufen zu 40 Cent, und das nutzen wir halt als Energielieferant, weil wir den Zugang zu der Strombörse haben, nutzen wir das aus, um halt genau so einen Handel für dich zu machen, und ordnen das halt ganz genau zu zu deinem Speicher. Und warum können wir das? Und das ist ja sozusagen dieses, dieses eine Wort, was ja in der deutschen Energiebranche jetzt auch schon seit sechs, sieben Jahren rumgeistert, da

Konrad Schade...braucht man ein Smart Meter, den wir dir halt kostenlos mit verbauen. Aber darum, das Prinzip ist, also es klingt so, in der Finanzwelt würde man sagen Arbitrage, ja, weil man weiß, mittags kostet nichts und abends ist teuer, und entweder verbrauchst du es abends selber für dich, dann sparst du natürlich auch, oder wir verkaufen es. Und das machen wir jeden Tag. Und wenn wir uns jetzt überlegen, so im Schnitt übers Jahr sind das vielleicht 20 Cent, für die man sozusagen spart pro Kilowattstunde. Der Speicher hat zwei Kilowattstunden, wird zweimal am Tag voll geladen, mal 365, kommt man genau auf so 120, 140 Euro.

Heike LöfflerUnd das Invest, was ich habe, also was kostet mich die Batterie?

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